Donnerstag, 7. Juli 2011

Schnapsdrossel flieg!

Am letzten Arbeitstag vor Weihnachten stehen bei uns immer einige Flaschen mit diversen hochprozentigen Inhalten herum. Das sind Geschenke von Geschäftsfreunden. Offensichtlich hält man uns hinter vorgehaltener Hand für freudige Konsumenten  dieser Wässerchen. In Wahrheit macht mich ja schon ein Mon Cherie leicht beschwipst und mein Mann trinkt nur abends ein Bier. Die erste Überlegung war, ein Spirituosengeschäft zu eröffnen, der Aufwand wäre allerdings zu groß gewesen. Natürlich könnte man die diverse Zusammenstellungen von Single-Malt-Whiskys wieder weiterschenken, aber wer tut das schon?
Ich steige diesen Sommer in die Produktion alkoholischer Früchtchen ein und werde mir ins Fäustchen lachen, wenn im Dezember rund um mich der Geschenke-Kauf-Stress beginnt. Ich werde meine Lieben heuer mit eingelegten Früchten beglücken, ha!

Die Wodka-Weichseln hängen nun schon im Alkoholbade zwei Wochen rum. Dass sie jeden Tag ( jeden Tag?) einmal umgerührt werden wollen, und das zwei Monate, hab ich wohl überlesen. Nichtsdestotrotz: sie schauen gesund und fröhlich aus ihrem Glas und freuen sich schon  auf ihren Auftritt zu Weihnachten.
Prost!

Wodka Weichseln

500 g Weichseln ( gewaschen, enstielt, entkernt)
ca 300- 500 g Kandiszucker
1 Vanilleschote
1 l Vodka

Die Weichseln in Gläser schichten, dazwischen den Kandiszucker verteilen, auch die Vanilleschote.
Mit Vodka auffüllen, bis alle Früchte bedeckt sind.
Die Gläser verschließen, jeden Tag die Früchte umrühren.
Ich habe erstmal weniger Zucker dazugetan und einige Tage später ergänzt, als ich merkte, die Früchte brauchen noch mehr Süße. Ich denke, das ist eine individuelle Geschmacksentscheidung. Man könnte auch mich wesentlich mehr Wodka aufgießen, um zum einen die alkoholischen Kirschen, zum anderen ein aromatisiertes Getränk zu gewinnen.

Montag, 27. Juni 2011

Von der Muse sich küssen lassen

In Salzburg gibt es Mozart, in  Wien gibt es Schubert ( u.a.), in Venedig gibt es Vivaldi, aber in Thüringen gibt es Bach, Luther, Goethe, Schiller, Herder, Novalis.....
Ich komme eben von einem Kurzurlaub in dieser tollen Gegend zurück und fühle mich irgendwie reizüberflutet angesichts des Aufgebots an kultureller Prominenz!





Meine Reiseempfehlung an alle: Auf nach Thüringen, auf keinen Fall Weimar auslassen!
Bis bald, Petra

Montag, 20. Juni 2011

Rote Früchtchen!

Meine Tochter und ich  hatten eine Unterhaltung über unser Lieblingsobst. Sind die besonderen Kriterien die Süße wie etwa bei Trauben, oder der herbe Geschmack wie bei guten Äpfeln, die Saftigkeit wie sie "Gute Luise" -Birnen haben oder soll gutes Obst erfrischend säuerlich sein?
Wieder tat ich einen Schritt in Richtung Selbsterkenntnis: bei mir macht es die FARBE aus! Und zwar die ROTE FARBE!
Ich liebe Kirschen, Himbeeren, Wassermelonen, Ribiseln und natürlich Erdbeeren.
Ob zum Frühstück oder auch nur zwischendurch.
Ganz besonders mundet uns allen schon seit vielen Jahren ein Rezept meiner Freundin Andrea. Wahrscheinlich kennt es ohnedies fast jeder und es gab Zeiten, da wurde diese Torte bei uns mindestens einmal in der Woche fabriziert, aber dieser Hype ist schon wieder vorbei und dieser Erdbeersommer lässt mich rückbesinnen auf die 80-er und frühen 90er-Jahre:

Erdbeerjoghurttorte á la Andrea:
Biskuitboden:
9 dag Staubzucker mit 3 Eiern weißschaumig schlagen.
9 dag griffiges Mehl unterheben, im Torterahmen goldbraun backen.

Creme:
1/4 l Joghurt mit pürierten Erdbeeren ( Menge nach Geschmack) vermengen, etwas Zucker und Zitronensaft dazugeben.
6 Blatt Gelatine in kaltem Wasser einweichen, ausdrücken und in etwas (erwärmtem) Joghurt mit dem Schneebesen schnell vermengen. Diese Masse in die Joghurt-Erdbeermasse einrühren.
1/4 l Schlagobers schlagen und untermengen.
Creme gleichmäßig auf das ausgekühlte Biskuit  in der Form verteilen, oder das Biskuit durchschneiden, füllen und die zweite Hälfte aufsetzen.
Mind. 1 Stunde ( ich: immer am Vortag zubereiten und festwerden lassen!) in den Eiskasten damit! Fertig.

Freitag, 17. Juni 2011

Meine Lieblings-Fernsehköche!

Im TV wird ja gekocht, dass sich die Balken biegen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit kann man bereits den verschiedensten Küchenzauberern bei ihrer Arbeit zusehen. Meine zwei allerliebsten sind aber Lafer und Lichter, was sie  produzieren, wirkt immer unglaublich lecker, wird auf jedenfalls ziemlich lustig präsentiert. 
In der öffentlichen Bücherei meines Vertrauens gibt es den Lafer!Lichter!Lecker! Band 2, den ich mir natürlich neugierig unter den Finger gerissen habe.
Viele Klebe-Lesezeichen sind jetzt mal im Buch deponiert, das Pfingstwochenende hat mich aber die Zeit finden lassen, eines der Rezepte ( von Lafer) auszuprobieren. Vorweg: Selten hat es uns SO gut geschmeckt, und sogar die Kinder hielten sich mit Kritik zurück- was ja beinahe schon eine Lobeshymne ist! 
Das glasierte Schweinefilet auf Steinpilzrisotto wandert in mein Stamm-Repetoire!

Donnerstag, 16. Juni 2011

Braucht man das? Man braucht das!

Nun sehe ich schon seit einiger Zeit bei meinen Besuchen bei KiK (hier ein Outing: das ist mein Lieblings-Kram-Geschäft!)  ein wunderschön nutzloses Kombinationsschälchen mit Dekorationsfunktion und Retro-Aspekt: gelbgrün, Plastik, mit Hauch 70-er, superpraktisch, aber ohne Funktion. 
Bis jetzt haben meine Vernunftzellen gewonnen, die meinten, auch der Sensationspreis von 2 Euro 99 rechtfertige diesen Kauf nicht. Gestern war es aber soweit:  Meine Torschlusspanik- wer weiß wie lange es das Ding hier noch zu kaufen gibt- wurde stärker, und ich bin nun glückliche Besitzerin dieser Schale. 
Sie steht nun vorerst mal  beim Eingang und wurde von meinem Mann gleich äußerst misstrauisch und schweigsam ( ganz besonders schlimm!) beäugt.
Jetzt brauch ich nur mehr mindesten 3 verschiedene Partyfüllungen ( vielleicht Erdnussflips, Popcorn und Salzbrezeln- wie in den 70ern), um meine Neuerwerbung stilgerecht zu befüllen.
Und dann schau ich mir die gesamte 4. Staffel der Gilmore-Girls an, denn so lange brauch ich zum Leer-Essen dieser Trendy-Schüssel!
Hehehe, ein Super-Kauf!
Petra

Dienstag, 31. Mai 2011

Blogging Highlights

Hier sind zwei Empfehlungen, was textile Kreativität sein kann - muss man gesehen haben!

http://mochimochiland.com/blog/

http://www.katcoyle.com/blog/

Viel Spaß, Petra

Montag, 30. Mai 2011

Russischer Sonntag

Letzlich besuchte man ein nettes Landgasthaus ganz in unserer Nähe und vorbei wurden Servierplatten getragen, die -man glaubte es kaum ob ihrer Größe- für nur einen Esser konzipiert waren. Viel sah man ja nicht, was sich Fleischliches darauf befand, aber etwas anderes stach ins Auge: Berge von knusprigen Zwiebelringen, die das anonyme Gericht sichtbar krönten. Da kam ich auf den Plan: so was will ich auch kochen. Und als mir gestern eine "Kochen und Küche" aus den Achtzigern in die Hände fiel mit einem Rezeptfoto, auf dem es vor ebensolchen Zwiebelringen nur so wimmelte, war mir fast schon egal, was sich unter diesen Ringerln befand. Es wurde einfach nachgekocht!
Bitok Nowgorodsky- eine russische Spezialität.

Fazit der Zwiebelring-Zwangshandlung:  eine mehr als wohlschmeckende Variante von Faschierten Laibchen, allerdings sehr zeitintensiv in der Zubereitung. Ich habe außerdem festegestellt, dass gebratene Zwiebelringerln nicht zu lange auf ihren Verzehr warten sollten, die Knusprigkeit nimmt doch etwas ab.

Bitok Nowgorodsky

Zutaten:
600g mageres faschiertes Rindfleisch
3 Semmeln in Milch eingeweicht
1 kl. gehackte Zwiebel
50 g Butter zum Braten der Zwiebel
Salz, Pfeffer
2 Zwiebeln
Öl zum Ausbacken

Sauce:
1/4 l Madeira oder Rotwein
1/4 l Bratensaft ( Eigenbau oder Instant)
25 g Speisestärke
Salz, Pfeffer
Worcestersauce
gehackte Petersilie zum Bestreuen

Zubereitung:
Die eingeweichten Semmeln gut ausdrücken und mit dem Faschierten vermengen. Die gehackte Zwiebel in Butter goldgelb rösten und zur Fleischmasse geben. Würzen.
Kleine Laibchen formen,, in Bröseln wälzen und danach 30 Minuten kühl rasten lassen.
Zwiebeln in zarte Ringe schneiden und in mehreren Partien im erhitzten Öl goldgelb ausbacken auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.
Für die Sauce den Wein aufkochen lassen, den Bratensaft und die Gewürze dazugeben und etwas einkochen lassen. Die Speisestärke mit einem EL Wasser anrühren und die Sauce damit binden.
Währenddessen die Laibchen goldbraun braten.
Nun die Sauce auf einer Platte angießen und die Laibchen drauf setzen. Mit Zwiebelringen und Petersilie garnieren.
Beilagen: Reis, Erdäpfelpüree, SalzkartoffeL


Ein Hoch dem knusprigen Zwiebelringerl,
Petra